Shifting – Verschiebungen

Dearest Mother, today while sitting with you the time span of my life shifted. First, – staying within time, the past was „below“ and the future was „up“ like on a scale. All of a sudden this vertical construction shifted and everything that ever happened, all the places I’ve ever been to were lined up like translucent frames in the „Now-point“. Nothing was „over“, everything existed at the same time.
I had a similar experience a while back when I looked at the photo of my home back in Canada. I „knew“ that my existence there wasn’t over and in the past, it still exists, even though from our usual way of experiencing things this  isn’t possible.
This morning all the people that ever played a role in my life showed up and it became obvious that they were souls beyond that role, but even more, aspects of Divine love that took this manifestation to teach me something. We bowed towards each other in order to acknowledge this realization. It also had something of saying good-bye to the old illusion.

Liebste Mutter, als ich heute mit dir saß, verschob sich meine Lebenszeit. Zuerst sah ich meine Lebenszeit wie an einem Lineal aufgezogen. Unten war die Vergangenheit und chronologisch aufgereiht zogen sich die Jahre bis zu meinem Gegenwartspunkt und dann nach „oben“ in die Zukunft. Dann auf einmal fingen all diese Punkte an, sich zu verschieben. Sie schoben sich hintereinander in den „Jetzt-Punkt“ und waren wie dünne Folien, die alle gleichzeitig existieren.
Ich hatte eine ähnliche Erfahrung, als ich kürzlich ein Foto meines alten Hauses in Kanada anschaute. Ich „wusste“, dass diese Existenz nicht vorbei war und der Vergangenheit angehört, sondern existiert, obwohl das von unserer normalen Wahrnehmung her nicht möglich ist.
Heute Morgen kamen alle Menschen, die in meinem Leben eine Rolle gespielt haben, und es wurde klar, dass sie Seelen jenseits dieser Rolle, ja, noch mehr, dass sie Aspekte göttlicher Liebe waren/sind, die mir etwas beibringen. Wir verbeugten uns voreinander, um dieser Realisierung zu manifestieren. Es hatte auch etwas davon, sich von der alten Illusion zu verabschieden.

Magnet

When I sit with you, Mother, you often show me certain lessons of consciousness in many different ways. You give me metaphors and pictures so that my perspective can open up and surrender more and more.
Today I saw the human ego as a magnet. There were thoughts, ideas, and emotions flying around in the form of colorful scraps of metal that looked like paper. Those got attracted to the magnet of the little „I“ and formed a thick „body“ with history and memory, opinions, likes and dislikes. Getting more and more conscious the magnet gets weaker and all those scraps of thoughts and emotions simply pass by, come and go, have a purpose and leave again.

Wenn ich mit dir sitze, Mutter, zeigst du mir bestimmte Lektionen des Bewusstseins auf unterschiedlichste Weise. Du gibst mir Metaphern und Bilder, damit sich meine Perspektive öffnen kann und ich mich mehr und mehr hingebe.
Heute sah ich das menschliche Ego als Magnet. Gedanken, Ideen und Emotionen flogen wie kleine metallene Schnipsel herum und sahen aus wie bunte Papierchen. Sie wurden vom Magenten des kleinen „Ich“ angezogen und formten einen dicken „Körper“ mit Historie, Gedächtnis, Meinungen, Vorlieben und Abneigungen. Im Laufe des Prozesses in Richtung mehr Bewusstheit wird der Magnet schwächer und all diese Schnipsel von Gedanken und Emotionen fliegen einfach vorbei, kommen und gehen, haben einen Zweck und ziehen dann weiter.

Melting – schmelzen

Mother, this morning, while sitting with you, I saw all the stories that I tell myself about „me“, my whole life script and whatever thoughts and emotions I have about „me“ and „my life“ become like a pile of stuff that I could give to you. Different pictured accompanied this act like metaphors.  Some of them were „violent“, like you were devouring my „biography“ and transforming it into nothing. Or this pile of biography stuff was ice that was melting in the Sun. Mainly it felt as if it could be crumbled up like old papers and thrown into the fire. All gone. I sensed, I could use this method each time the „story“ is trying to entangle me again. What ifs, second thoughts, regrets. Absolutely without meaning, just random metabolism of the ego-mind. I don’t want it any longer.
Everything was  – and is – as it’s supposed to be. That’s all there is to it. Nothing more is necessary.

Mutter, heute Morgen, als ich bei dir saß, sah ich all die Geschichten, die ich mir über „mich“ erzähle, mein ganzes Lebens-Script und alle Gedanken und Gefühle, die ich über „mich“ und mein Leben haben kann, sich in einene Haufen Zeug verwandeln, den ich dir geben konnte. Unterschiedliche Bilder, wie Metaphern begleiteten den Vorgang. Einige davon hatten etwas Gewalttätiges. Du hast meine Biografie verschlungen und es in Nichts verwandelt. Oder dieser Haufen biografisches Material war wie Eis, das vor deinem Licht schmolz. Es fühlte sich an, als könnte es zusammengeknüllt werden wie altes Papier und ins Feuer geworfen. Alles weg. Ich spürte, ich kann diese Methode jedesmal dann anwenden, wenn die „Geschichte“ mich wieder verwickeln will. Was wäre gewesen, wenn… Zweifel… Bedauern. Absolut ohne Bedeutung, einfach nur der Stoffwechsel des Ego-Gehirns. Ich will das nicht mehr. Alles war – und ist – wie es sein soll.  Mehr gibt es dazu nicht zu sagen und zu denken. Nichts weiter ist notwendig.

„It doesn’t matter“- „Es ist egal.“

I don’t remember where, Mother, but somewhere in the books you are asked by a person what he should do regarding job or occupation and you said: „It doesn’t matter“.
I find that your words are like seeds. They grow into a plant in the light of my consciousness without me knowing about it and then, all of a sudden, this sentence pops up, large like a tree and stands tall and strong within me like a rock: „It doesn’t matter.“
This morning while sitting with you I understood this sentence in a more complete way. Or perhaps I felt it. I felt what „It doesn’t matter“ means. Becoming something in this world or striving for something is creating a movement and a focus that leads away from waking up. We are getting lost in the story of somebody who needs to become something.
I notice, the more I stop becoming the more free I feel and the illusion is fading.

Ich weiß nicht mehr wo, Mutter, aber irgendwo in den Büchern fragt dich jemand, was er tun soll im Hinblick auf Arbeit oder Lebensaufgabe und du sagst: „Es ist egal.“ Ich merke, dass deine Worte wie Samen sind. Sie werden im Licht meines Bewusstseins eine Pflanze, ohne, dass ich es merke und dann, auf einmal, springt der Satz in mir auf, riesig wie ein Baum und steht stark und aufrecht in mir wie ein Fels. „Es ist egal.“
Heute morgen, als ich mit dir saß, verstand ich den Satz auf komplexere Weise. Oder vielleicht fühlte ich ihn. Fühlte, was „es ist egal“ bedeutet. Etwas in dieser Welt werden wollen, nach etwas streben, schafft eine Bewegung und einen Fokus, der vom Erwachen wegführt. Wir verlieren uns in der Geschichte von jemandem, der etwas werden muss.
Ich merke, je mehr ich mit dem Werden aufhöre, desto freier fühle ich mich und die Illusion nimmt ab.

Opening – Öffnend

I notice how memories fall out of the frame of  the little „I“, Mother. They come into the mind and disconnect from „me“. They appear like sequences of movies. Totally disconnected from thought or feeling they sail along the borders of consciousness. I recognize them, but don’t owe them very much.

Mir fällt auf, wie Erinnerungen aus dem Rahmen des kleinen „Ich“ fallen, Mutter. Sie kommen mir in den Sinn und lösen sich von „mir“. Sie erscheinen wie Filmsequenzen. Total entbunden von Gedanken und Gefühlen, die sie hätten hervorrufen können, segeln sie am Rand des Bewusstseins. Ich erkenne sie, aber besitze sie nicht sehr.

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Silent – still

Sometimes – perhaps even more and more – it’s about not putting something into words.
As if the words are too far away from our dialog, Mother.
As if I need to go away from us and from all in order to create words.

Manchmal – und vielleicht mehr und mehr – geht es darum, Dinge nicht in Worte zu fassen. Als ob Worte zu weit entfernt sind von unserem Dialog, Mutter.

Als ob ich von uns und von allem weggehen muss, um Worte bauen zu können.

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