Repetitions – Wiederholungen

Dearest Mother, in my meditation with you this morning there were impressions that you already showed me before in slightly different pictures. It seems quite often it’s not enough to understand or experience something once, but it needs to be shown and perceived and understood again and again. The mind needs to be soaked in the other perspective or the eternal part of manifestation needs to be reminded and needs to see the error of identification again and again. The grip loosens. In my view I see something like a glowing matrix,  similar to the soil, the Earth but in wonderfully shiny colours and out of it grows a certainy dynamic that appears like flames. At the tip of each flame exists what we call „manifested“, like a tiny hardened energy spot. Only this tiny spot we perceive as „life“ since it’s perceivable with senses of bodies. And only this will „die“ and will be „reborn“. Thank you for your grace and love.

Liebste Mutter, in meiner Meditation mit dir heute Morgen waren Eindrücke, die du mir schon früher geschenkt hast in leicht abgewandelter Form. Es scheint, als ob es oft nicht genug ist, eine Erfahrung einmal zu machen, sondern es muss wieder und wieder erfahren und verstanden werden. Der Verstand muss in diese andere Perspektive getränkt werden oder der ewige Teil der Manifestation muss erinnert werden und den Fehler der Identifikation immer wieder sehen. Der Griff lockert sich. In meiner Sichtweise sehe ich etwas wie eine glühende Matrix, ähnlich der Erde, aber in wundervoll leuchtenden Farben und aus ihr wächst eine bestimmte Dynamik, die wie Flammen erscheint. An der Spitze dieser Flammen existiert was wir „erschaffen“ nennen, ein kleiner erhärteter Energiepunkt. Nur diesen kleinen Punkt nehmen wir als „Leben“ wahr, weil er durch Sinne eines Körpers wahrnehmbar ist. Nur er wird „sterben“ und „wiedergeboren“. Danke für deine Gnade, deine Liebe.

Der urteilende Verstand versiegt – The judging mind is drying up

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Mutter, wie unendlich ist deine Gnade. Ich beobachte, wie das Urteilen immer mehr versiegt, vertrocknet, abebbt. Damit einher geht ein Nachlassen des sich In-Bezug-Setzens, denn zum Urteilen gehört ja erst einmal der Vergleich und die Einordnung. Das alles vergeht mehr und mehr. Während ich das beobachte, wird mir auch klar, wie wenig ein Ankämpfen gegen die Verstandesmechanismen bringt, solange diese Mechanismen laufen. Denn Ankämpfen kommt aus der gleichen Quelle wie Beurteilen.
In dem Maße wie all das schwindet, wächst eine liebevolle Ruhe, ein gefülltes Dasein, das keinen individuellen Ausdruck braucht. Und auch das stimmt so nicht wirklich. Eher ist es so, als hört mein Fokus auf, sich auf die winzigen Punkte des verkörperten Seins zu konzentrieren und dadurch wird die unendliche Liebe, die alles trägt immer wahrnehmbarer.

Mother, how eternal is your grace. I observe how my judgements are drying out, getting less and less. This is accompanied by fading away of constant relating to something, since this is the foundation for judgements, comparisons and classifications. All this is disappearing more and more. While observing this I also notice, how little sense it makes, to fight against the mechanisms of the mind, als long as they are active. Fighting those mechanisms comes from the same source as the mechanisms themselves. To the degree of those fading a loving silence, a filled existence that doesn‘ t need individual expression is growing. But this also isn’t precise enough. It’s more like the focus on those tiny points of manifested being in this world stops and because of it the eternal Love, that carries everything is soaring into personal awareness.

Öffentlich – public

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Warum also die Veröffentlichung? Öffentlich, offen. Geöffnet. Sichtbar. Vielleicht geht es um das Sichtbar sein, das sich – und dich, Mutter – zeigen. Nicht im Sinne einer Demonstration, sondern im Sinne von dazu Stehen. Ständig positionieren wir uns, zu allem haben wir Meinungen, haben Slogans, Buttons, Banner, Likes für alles von Esskultur über Politik bis zu Mode und Lebensstil. Aber dich verbergen? Warum?
Was ist das für eine (Um) -Welt, in der ich mich scheuen muss zu sagen: „Ich habe Gott gefunden.“ „Ich habe die göttliche Liebe in ihrer reinsten Form gefunden.“
Dieses Bekennen, dieses stille, aber ganz feste Bekennen. Dieses klingende Ja, das leuchtet und IST. Vielleicht hat es auch was von Verantwortung. In einer Welt voller Suchender, einer Welt voller Durstender. Wie kann ich nicht sagen: „Ich habe gefunden, hier bekommst auch du zu trinken?“

So why going public? Public, open. Visible. Perhaps it’s about being visible, about showing myself  – and you, Mother. Not in the sense of demonstration, but rather standing up for you. Constantly we post and communicate standpoints, we do have opinions on everything, we have slogans, buttons, banners, Likes from eating culture over politics to fashion and lifestyle. But then hiding you? Why?
What kind of world is it, where I shy away from saying: „I found God. I found Divine Love in its purest form.“
This confession, this quiet, but firm confession. This sound of Yes that shines and IS.
Perhaps it also has something of responsibility. In a world full of searchers and people, who are thirsty. How can I not say: “ I found. Here you, too, will get something to drink.“

Mich füttern – feeding myself

(scroll for English)
Mutter, gestern gab es eine Verschiebung, die ich bemerkenswert fand. Ich habe nicht mehr ein Gefühl von: „Ich esse“, sondern ein Gefühl von: „Der Körper muss gefüttert werden.“ Wobei „der Körper“ sich wenig unterscheidet davon, den Kater zu füttern, der an der Tür miaut oder die Zimmerpflanzen zu düngen. Durch diese Relativierung von „Bedürfnissen“ entsteht mehr Spielraum, quasi objektiv zu entscheiden, was für diesen Körper als Nahrung sinnvoll ist. Vergleichbar dem Vorgang, vor einer Staude im Garten zu stehen, ihre Blätter zu betrachten, den Zustand der Erde um sie herum, und sich zu überlegen, wie die Staude optimal versorgt werden kann.
Danke, Mutter, für diese wunderbaren Gaben, für das Bewusstsein, das mein kleines Ich schmelzen lässt.

Mother, yesterday there was this shift that I felt was remarkable. I didn’t have this usual feeling of: „I eat“, but rather: “ This body needs feeding.“ With „this body“ not being much different from feeding the tom cat that meows at the door or to fertilize the indoor plants. Because of  looking at „needs“ in a more relative fashion, more space is available to decide in a more objective manner, what kind of nutrition makes sense for this body. Comparable with standing in front of a perennial in the garden, looking at its leaves and checking the soil around it, pondering how the plant can be cared for in the best possible way.
Thank you, Mother, for those wonderful gifts, for the consciousness that makes my little „I“ melt away.

Stress

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Die tägliche Arbeit im Alltag merke ich sehr stark, Mutter. Jeder Stresspunkt, jede Nervosität, jede Unsicherheit, jede Sorge zeigt mir, dass ich nicht in der Hingabe und in dem Frieden bin, in dem ich sein könnte. Denn alles passiert ja genau zu seiner Zeit und in dem Ablauf, der dafür vorgesehen ist. So braucht es keine großartigen spirituellen Erkenntnisse und Wahrnehmungen von Phänomenen.
Jeder kleine Zweifel, jede aufkommende Hektik, jedes Hadern, jede Ungeduld zeigt mir, im bin im Widerstand mit dem, was ist und damit nicht in der Hingabe.
So einfach ist das und so unendlich tiefgreifend.

The daily work in my everyday life I notice very intensely, Mother. Every stressing moment, every nervous reaction, every insecurity, every worry shows, that I’m not surrendering, I’m not part of the peace that I could be part of. Because everything is happing exactly if and when it’s supposed to happen and the way it’s supposed to.
Therefore no amazing spiritual experiences or perception of phenomena are necessary.
Every little doubt, every rush coming up, every complaint, every impatience shows me,
I’m in resistance to what is and therefore I’m not surrendering.
It’s so simple and endlessly deep.

Auf allen Ebenen – on all levels

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Alle Ebenen meines Seins sind mit dir

Die Ebene, wo du und ich nicht mehr sind als du und als ich.
Die Ebene, auf der ich nichts anderes ersehne, auf der ich dich um nichts anderes bitte als: Mutter, bitte hilf mir, mich zu verwirklichen.
Auf dieser Ebene kann es keine anderen Bitten geben, keine Fragen, nichts, außer diesem absoluten Herzenswunsch.
Und dann die Ebene des kindlichen Wesens, das dich um alles bittet. Bitte lass das nicht geschehen sondern dies, bitte hilf mir dabei, bitte beschütze meine Lieben, die Natur, die Welt…

All levels of my being are with you

The level, where you and I aren’t existing as you and I.
The level, where I don’t long for anything else but this:
Mother, please, help me to realize myself ( my Self)
On this level can’t be anything else, no question, nothing, but this absolute desire of the heart.
And then the level of the child that asks you for everything. Please don’t let this happen, but that, please protect my loved ones, nature, the world…

Perspektive – perspective

Manchmal liest man spirituelle Wahrheiten und man weiß, sie sind so, aber man kann sie selbst noch nicht wirklich erfahren. So ging es mir mit: „Die Welt existiert nur, weil du sie betrachtest.“
Heute, als ich bei dir saß, Mutter, durfte ich selbst ein wenig davon erfahren, wie das gemeint ist. Für mich sah es so aus, als wäre mein Körper auf einer anderen Ebene nicht als etwas manifestiert, sondern als wäre seine Substanz ein schwingendes Lichternetz, nicht anders als die Umgebung des Körpers. Nur durch meine Gedanken an eine Körperlichkeit und durch meine Sinne schuf sich quasi der Körper und eine verdichtete Substanz wurde „sichtbar“. So wurde für mich dieser Satz erfahrbar und erfassbar.
Wie ich es wahrnahm ist also die Welt nicht „weg“, wenn sie nicht durch Sinne betrachtet und erfahren wird, sondern sie geht ein in das leuchtende Lichtermeer göttlicher Energie, das sie ja sowieso immer ist.

Sometimes you read spiritual wisdom and you know it’s true, but this knowledge is theoretical and you have no way experiencing it yourself. This is how it was for me with: „The world only exists, because you observe it with your eyes.“
Today while sitting with you, Mother, I was able to perceive a little bit of how this impression comes about. It was as if the body on a different level isn’t distinguished from its surrounding as something „manifested“, but just is the same glowing non-substance as everything else. Only my thoughts and my senses turn this glowing love energy into the body, and a more densly perceived substance becomes „visible“.
This way this sentence turned into something I could experience.
As I saw it, the world isn’t „gone“ when I stop perceiving it through the senses, but it remains part of the light ocean of light and love of divine energy as it always was and always will be.